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Einmal alles bitte: Eine Führung von „Disko“ bis „Schuhmacherei“

Es ist 10:00 Uhr früh und das Team der Theaterpädagogik findet sich an der Pforte des Schauspiels zusammen. Was wir dort tun? Wir warten auf den Beginn unserer ersten Hausführung dieser Spielzeit! Und zwar für die Schüler der Sprachschule CFN (Corporate Future Network). Die meisten von Ihnen lernen seit ca. einem halben Jahr Deutsch und werden sich am selben Abend „Frau Ada denkt Unerhörtes“ in der kleine Spielstätte „Diskothek“ anschauen. Um einen vielfältigeren Eindruck davon zu bekommen, was in einem Theaterbetrieb sonst noch so passiert, bekommt die Gruppe eine exklusive Führung hinter die Kulissen.

Erster Halt: die Diskothek–Bühne. Hier wird gerade das Bühnenbild für die heutige Vorstellung aufgebaut: Bohren und Hämmern, Bühnenwägen fahren auf und ab, Hängevorrichtungen werden ausprobiert. Unsere neugierige Gruppe wird vom Meister für Veranstaltungstechnik Thomas Kalz empfangen und darf miterleben, was am Morgen einer Vorführung schon alles vorbereitet wird. Wir erfahren zudem, wie es technisch möglich gemacht wird, dass SchauspielerInnen wie durch Zauberei im Boden verschwinden…

 

Thomas lädt uns ein, das drehbare Bühnenbild von Ada mal ganz aus der Nähe zu begutachten, was etwas Besonderes ist, da man es ja sonst nur mit mehr Abstand aus dem Zuschauerraum betrachtet. Aber viel Zeit zum Verweilen bleibt nicht und so geht’s vom Kleinen zum Großen auf die „Hauptbühne“… oder vielmehr erstmal in den Zuschauerraum. Mit offenen Armen empfängt uns dort eine strahlende Bianca Hessel, die Assistentin der technischen Direktion, die kurz nach ihrer Begrüßung den ersten Anruf erhält, denn: ein Theater und seine technische Abteilung ruhen nie! Trotzdem nimmt sie sich Zeit, uns Fakten und Details über das Bühnenhaus und seine Ausstattung zu erzählen und fordert uns auf, die Bühne doch auch von der anderen Seite zu begehen. Hier dürfen wir auch einen Blick auf das Bühnenbild des diesjährigen Wintermärchens „Die Eisjungfrau“ erhaschen: die Schweizer Berge in Holzoptik! Auf der Bühne werden uns die Dimensionen dieser Spielstätte klar: denn der Blick nach oben bietet uns einen 22 Meter hohen Bühnenturm!

 

Noch ganz überwältigt geht es dann weiter ins Tonstudio, wo uns Daniel Graumüller, der Chef des Tons schon erwartet. Ein kleiner, schalldichter Raum mit Aufnahmestudio, der vom Team der Tontechnik sehr gemütlich gestaltet wurde, denn für Tonaufnahmen verbringen Techniker und SprecherInnen nicht selten mehrere Stunden dort. Daniel erklärt uns, wie hier Stimmaufnahmen gemacht und Musik für Stücke eingespielt werden.

 

Von hier geht es weiter in die Maskenwerkstatt. Heute allerdings nur zum Anschauen und nicht, um uns selbst verschönern zu lassen. Wir erfahren von der Maskenbildnerin Donka Holecek, dass das beste Perückenhaar meist aus dem asiatischen Raum kommt und dass es ca. eine Woche dauert, um eine Perücke zu knüpfen. Dann geht es vorbei an wandhohen Schränken mit allerlei bunten Perücken, allem was man im menschlichen Körper so finden kann (natürlich gebastelt), Hörnern, Ledermasken und Bärten zu unserer letzten Station: der Schuhmacherei.

In diesem Gewerk werden von dem Team um Steffen Fels nicht nur Schuhe für das Schauspiel, sondern auch für die Oper, die Musikalische Komödie und für das Theater der Jungen Welt gefertigt. Wir hatten den Eindruck, dass bei dem Anblick der unterschiedlichen Herren- und Damenschuhen in allen Größen und Formen bei dem einen oder anderen die Sehnsucht nach einem gut gearbeiteten Lederschuh aufkam 😊. Doch leider mussten alle Schuhe an Ort und Stelle bleiben, denn sie werden ja zum Tanzen und Spielen in den Inszenierungen gebraucht! Und somit war unsere knapp zweistündige Tour auch schon zu Ende. Noch ein kleines Gruppenfoto auf dem roten Teppich des Garerobenfoyers und dann sagten wir „Tschüss und bis heute Abend in der Diskothek!“.

 

 

 

Habt auch ihr Lust bekommen auf eine exklusive Führung durch die verwinkelten Ecken des Theaters? Dann habt ihr am 30.10. die Chance, bei der „Nach(t)führung“ einen Einblick zu erhalten, was alles nach einer Vorstellung passiert. Oder wollt ihr lieber Unikate aus dem Fundus erwerben? Am 16.11. laden wir zwischen 12 und 16 Uhr zum Fundusverkauf im Garderobenfoyer ein.