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Ein bunter Mix aus SpielerInnen sowie eine Multipackung Eis

Vergangenen Donnerstag konnten wir uns über zwei angenehme Spielclubauftakte freuen. Zuerst ging es zum SeniorInnenclub „Die Spielfreudigen“ und dann am Abend traf sich der Jugendclub „#noname“ zur ersten Probe dieser Spielzeit. Ich, Johannes, hatte die Gelegenheit zu beiden Auftakten mitkommen zu können und somit beide Clubs hautnah kennenzulernen.

 

Es ging auch schon in aller Frühe los, nämlich um 9:00 Uhr in der Saalfelder Straße, im Seniorenbüro der Volkssolidarität. „Die Spielfreudigen“ warteten auch schon und weihten uns sofort in ihre Rituale ein. Das bedeutet: Zu Beginn wird gesungen, dann folgt die Geburtstagsrunde und pünktlich um 10:30 Uhr wird Kaffeepause gemacht. Glücklicherweise stand auch ein Geburtstagskind auf dem Tagesplan und so konnte man sich auch über Kuchen freuen, nur der Prosecco blieb unangerührt. Über Soziometrie–Spiele, Entscheidungsfragen, Zustimmungskreise und Biografie-Ketten lernte man sich aber zunächst erst einmal näher kennen. Dabei kam zum Vorschein, dass einzelne TeilnehmerInnen sogar extra aus Taucha hierhergefahren waren, während andere direkt im Haus wohnten. Auch das gefühlte Alter war weit gefächert vom einzigen(!) Herren der Runde, der sich 150 Jahre alt fühlte, bis hin zu den junggebliebenen 30ern. Sehr amüsant wurde es besonders bei Themen wie Schokolade und Instrumenten. Hier fielen Kommentare wie: „Ich leiste mir keine Schokolade, weil ich dann fett werde“ oder „Ich spiele Klavier seit meinem vierten Lebensjahr, hab aber 70 Jahre ausgesetzt“. Bewegend war es auch, prägende Lebensereignisse der Junggebliebenen zu erfahren. So gab es Kriegsüberlebende und Krebsbesiegende, es wurden Hochzeiten und Katzengeburtstage gefeiert, Trennungen erlebt, aber auch die große Liebe mit über 60 Jahren gefunden. Nun bleiben wir gespannt, was der Spielclub in diesem Jahr auf die Bühne, Straße oder Wiese zaubert.

 

Danach hieß es erstmal ein paar Stunden Verschnaufen, bevor es am Abend weiterging zum Jugendclub „#noname“, diesmal auf der Probebühne im Schauspiel. Neben treu gebliebenen ClubspielerInnen stießen auch hier neue Interessierte hinzu und man begann sich, über die typischen Theaterspiele, kennenzulernen. Von Ballwerfen, Namen-Flüstern, sich einen Nachbarn wünschen bis hin zu Stühle-Kapern, war in der ersten Hälfte fürs Kennenlernen und Spaß-Haben gesorgt. Aber dabei ging es zunächst nur um Namen, weshalb ein Interview folgte mit den Fragen nach Hobbys, Theatererfahrung und drei Dingen ohne die man nicht leben könnte. Doch was die Jugendlichen nicht wussten, war, dass sie nun ihre/n PartnerIn der Gruppe vorstellen mussten. Hier war besonders interessant, was diese alles als lebenswichtig einstuften. Die häufigste Antwort waren Freunde und Familie sowie Musik. Aber auch Eis schien zwei Geschwistern besonders wichtig zu sein. Natürlich zeigte sich auch hier die Bedeutung der Digitalisierung und so meinte der eine oder andere auch, ohne Internet, IPad oder Computer nicht überleben zu können. Doch im kommenden Jahr werden sich diese Prioritäten sicherlich verschieben und so blicke ich gespannt auf einen Club voller Drama, Liebe und modernen Themen – was auch immer das bedeuten soll.

 

 

 

 

 

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