· 

Zwei Wochen in der Theaterpädagogik

Vom 08.09.19.09.2025 habe ich mein Praktikum in der Theaterpädagogik des Schauspiel Leipzig gemacht. Begleitet wurde ich dabei von Amelie und Rosa, die dort als Theaterpädagoginnen arbeiten. Unterstützt wird die Abteilung von Malou und Flora, die ihr Bundesfreiwilligenjahr im Schauspielhaus absolvieren.

Ich selbst bin Schülerin der neunten Klasse und hatte in dieser Zeit die Möglichkeit, einen Einblick in die Arbeit und hinter die Kulissen zu bekommen und ganz praktisch mitzuerleben, in welchen Bereichen Theaterpädagogik wirksam wird.

 

Im Folgenden möchte ich von meinen beiden persönlichen Highlights während des Praktikums berichten. 


Die Staubfrau (Probe)

Ein unvergessliches Erlebnis während des Praktikums war die Teilnahme an einer Probe des Stücks „Die Staubfrau“, inszeniert von Regisseurin Kamila Polívková und dramaturgisch begleitet von Julia Buchberger. Auf der Bühne standen die Schauspielerinnen Paulina Bittner, Katja Gaudard und Irene Kugler. Ich habe die Probe von 10:30 – 14:00 Uhr begleitet, dazwischen gab es eine kurze Pause.

Schon beim Zuschauen wurde mir klar, wie intensiv gearbeitet wird. Eine Szene wurde immer wieder wiederholt, verbessert und verfeinert. Dabei ging es um familiäre Konflikte, die sich gegenseitig verstärken, sodass sich die Situation mit der Zeit verschärft. Die Regisseurin gab den Schauspielerinnen nach jeder Unterbrechung genaue Hinweise und ich war beeindruckt, wie sie sofort wieder in ihre Rolle zurückfanden, fast so, als hätte es keine Unterbrechungen gegeben. Besonders spannend fand ich, wie eng Regie, Dramaturgie und Schauspielerinnen zusammengearbeitet haben. Es wurde viel diskutiert, ausprobiert und korrigiert, bis die Szene stimmig war. Ich selbst habe nicht aktiv mitgearbeitet, aber schon das reine Beobachten hat mir gezeigt, wie viel Konzentration, Geduld und Präzision in einer Theaterprobe steckt.

 

Für mich war diese Probe ein besonders intensiver Moment, weil ich hautnah miterleben konnte, wie ein Theaterstück entsteht und wie professionell alle Beteiligten zusammenwirken. 

#noname (Jugendtheaterclub)

Während meines Praktikums habe ich zwei Mal an den Proben den Jugendclubs #noname teilgenommen. Der Club richtet sich an Jugendliche von 12 – 17 Jahren und wird von Rosa geleitet. Es waren die ersten zwei Proben der neuen Spielzeit, also drehte sich alles um das Kennenlernen. Die Jugendlichen stellten sich mit Hilfe von verschiedenen theaterpädagogischen Spielen vor. Die Spiele führten direkt zu einer lockeren und angenehmen Atmosphäre. Ich selbst durfte mich als Praktikantin vorstellen und für die zwei Proben ein Teil der Theatergruppe sein. Die zwei Stunden Probenzeit vergingen jedes Mal sehr schnell. Besonders spannend fand ich, wie die Spiele nicht nur Spaß gemacht haben, sondern auch halfen, Vertrauen aufzubauen und die Gruppe zusammenzubringen.

 

Für mich war es eine tolle Erfahrung, Rosa bei den zwei Proben zu begleiten und ich fand es überraschend, wie herzlich ich aufgenommen wurde, sowohl von Rosa als auch von den Jugendlichen und Freiwilligen. Ich konnte miterleben, wie eine offene und kreative Gemeinschaft entsteht, noch bevor die Arbeit an der eigentlichen Inszenierung des Clubs beginnt.  


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mein zweiwöchiges Praktikum in der Theaterpädagogik des Schauspiel Leipzig für mich eine ganz besondere Erfahrung war. Ich konnte miterleben, wie vielfältig Theaterpädagogik ist, von der intensiven Probe der Inszenierung „Die Staubfrau“, der spielerischen Arbeit im Jugendclub #noname bis hin zu der Begleitung eines Schulworkshops. Als Schülerin der 9. Klasse war es für mich eine spannende Gelegenheit, nicht nur zuzuschauen, sondern wirklich in die Arbeitsweise mit Jugendlichen und Schauspielerinnen einzutauchen. Am meisten habe ich dabei gelernt, wie wichtig Miteinander und Kommunikation sind. Egal ob Profis oder Laien, Theater funktioniert nur, wenn alle zusammenarbeiten und aufeinander hören. Das hat mich wirklich beeindruckt. Für mich war das Praktikum eine tolle Möglichkeit, hinter die Kulissen zu schauen und selbst ein Teil dieser Atmosphäre zu sein. Noch ein herzliches Dankeschön an Amelie, Rosa, Malou und Flora für die tolle Begleitung und dafür, dass ich in dieser kurzen Zeit so viel Neues dazulernen durfte!