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Zwei Clubleiterinnen im Gespräch

 

Jennifer, du warst letztes Jahr auch schon dabei. Kannst du uns erzählen, was anders ist im Vergleich zur Club Convention 2018?

Jennifer Gaden: Für mich ist es super, dass wir dieses Jahr das Festival mehr für den  Austausch untereinander nutzen können.  Das heißt, wir haben dieses Jahr immer Nachgespräche mit zwei Clubs zusammen – das gefällt mir sehr gut. Wir haben es eigentlich auch hinbekommen, dass sich die Clubs untereinander gesehen haben, so dass man eine Basis hatte, auf der man diskutieren konnte bei den Nachgesprächen. Das Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Theaters ist in diesem Jahr größer, letztes Jahr hatten wir eher das Gefühl, dass wir das Festival für das Publikum machen und untereinander nichts voneinander mitbekommen.

 

Was sind eure Erfahrungen als Clubleiterinnen?

Jennifer Gaden: Wir haben vor fünf Jahren mit dem Spielclub Die Spielfreudigen begonnen und somit bereits fünf Produktionen. Im Laufe der Jahre hat sich ein fester Kern gebildet, der eine gemeinsame Richtung gefunden hat und sich auch sehr weiterentwickelt hat. Ich versuche, jede Spielzeit ein neues Format zu probieren. Zum Beispiel haben wir bisher Objekt-, Puppen-, Impro-, Erzähltheater und biographisches Theater gemacht. Theater im öffentlichen Raum fehlt noch, das wird aber nächstes Jahr nachgeholt. Da sind zwar alle wie immer extrem skeptisch und wollen nicht mitmachen. Man muss die SpielerInnen von etwas Neuem überzeugen, dass sie sich darauf einlassen und Mut haben.


Babette Büchele: Ich habe den Club im Januar von der Theaterpädagogin zuvor übernommen, wo schon feststand, dass die Form dieses Jahr ‚Theater im öffentlichen Raum‘  ist. Dann habe ich überlegt, wie ich die SpielerInnen gut dastehen lassen kann hinsichtlich Präsenz und Stimme, denn im öffentlichen Raum ist einiges einfach immer recht konfus und ablenkend. Und so kam ich darauf, dass wir einen Audiowalk machen könnten. Das haben auch alle sehr positiv aufgenommen, manchmal auch kritisch und es wurde viel hinterfragt, was ich aber auch sehr gut finde. Generell waren alle immer super dabei und sehr offen neuen Dingen gegenüber. Manchmal denke ich aber, dass ich die SpielerInnen etwas überfordert habe, denn ich wollte eigentlich auch, dass sie eigene Texte schreiben. Das war allerdings gar nicht wirklich möglich, da wir uns einmal die Woche treffen und alle auch noch zu Schule gehen.

 

Könnt ihr uns zu jedem Stück sagen, was euch besonders gut gefallen hat?
Jennifer Gaden: Prinzipiell finde ich es toll, dass es so ganz unterschiedliche Formate gibt. Was mir an #noname besonders gut gefallen hat ist, dass sie ein Format gewählt haben, dass es so in den letzten Jahren hier nicht gegeben hat. Ich fand diese Sache im öffentlichen Raum einfach super. Man wird ja als Zuschauerin selbst zur Spielenden, alle schauen einen an und beobachten, was man tut. Dieses sehen und gesehen werden wird einem bewusst gemacht.
Beim Club ü31 habe ich mich sehr amüsiert. Ich mochte es, als das Chaos ausgebrochen ist. Man hat einfach die Lebensfreude gespürt und es gab tolle Ideen.
Bei Sorry, eh! war die Chorarbeit sehr präzise und die Präsenz auf der Bühne war enorm. Das Bühnenbild war super cool gemacht und die SpielerInnen haben alles gegeben. Sie wirken sehr professionell.

 

Babette Büchele: Sorry, eh! war eine geile Performance, geile Kostüme, geile Farben, geiles Licht, geile Leute. Die sind schon sehr talentiert, können singen und tanzen. Es macht echt Spaß, zuzuschauen.
Bei den Spielfreudigen fand ich es total schön, dass jede so gestrahlt hat. Jenny hat es wirklich geschafft, dass das Beste aus allen rausgeholt wird. Dieser Glitzer, das Mikrofon, man hat einfach auch gemerkt, dass es ihnen so gut tut, Kostüme zu haben. Und ich glaube auch, sie waren oft selbst von sich überrascht, was ihnen so eingefallen ist.
Beim Club ü31 fand ich einfach viele Bilder sehr schön, die Band war sehr cool und wie die Bühne genutzt wurde mit dem Eisernen Vorhang und dem Nebel. Auch wie die SpielerInnen eingesetzt waren, war cool.

 

Das Gespräch führte Saskia Burzynski